Die Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG produziert in vielen Ländern der Welt eine breite Palette an Tiefkühlprodukten – von Pizza über Baguettes bis hin zu Snacks. Damit diese wärmeempfindlichen Waren sicher gelagert werden können, setzt das Unternehmen seit über zehn Jahren auf innovative Brandschutzlösungen von WAGNER. Im Interview berichtet das Unternehmen Dr. Oetker, warum die Entscheidung für aktive Brandvermeidung mittels Sauerstoffreduzierung gefallen ist, welche Vorteile sich daraus ergeben und wie die Zusammenarbeit mit WAGNER verläuft.
Welche Anwendungen oder Bereiche schützen Sie mit den WAGNER Systemen?
Dr. Oetker: An drei deutschen und mehreren internationalen Standorten unserer Unternehmensgruppe produzieren wir Tiefkühlpizzen und ähnliche Produkte. An all diesen Produktionsstandorten betreiben wir Tiefkühl-Hochregalläger. Die Temperatur in diesen meist vollautomatisierten Anlagen beträgt zwischen -23 °C und -25 °C. Seit über 10 Jahren schützen wir viele unserer Tiefkühlläger mit OxyReduct® Anlagen von WAGNER.
Welche spezifischen Brandrisiken bestehen in Ihren Lagereinheiten? Welche Schutzziele verfolgen Sie mit der eingesetzten Brandschutzlösung?
Dr. Oetker: In den Hochregallägern sind fertig verpackte Tiefkühl-Pizzen und ähnliche Produkte eingelagert. Die Brandlast ist durch das Produkt selbst, aber im Wesentlichen auch durch die zum Einsatz kommenden Verpackungsmaterialien und die Größe der Hochregalläger mit vielen zehntausend Palettenstellplätzen deutlich erkennbar. Als Verpackungsmaterialien kommen unterschiedliche Folien, Kartonagen und Holzpaletten zum Einsatz.
Die in den Lagern verbauten Sauerstoffreduzierungsanlagen sollen die Entstehung von Feuerschäden verhindern und damit die Betriebsbereitschaft des jeweiligen Werks aufrechterhalten. Gleichzeitig sind für uns ein einfaches Anlagen-Handling, die Vermeidung von ungewollten Wasseraustritten und eine vergleichsweise unkomplizierte Installation wichtig.
Was waren die ausschlaggebenden Gründe für die Entscheidung zugunsten der Sauerstoffreduzierung zur Brandvermeidung?
Dr. Oetker: Aus Sicht unseres Unternehmens ist eine Sauerstoffreduzierungsanlage, wie sie WAGNER herstellt, die einfachste und effizienteste Lösung zur Brandvermeidung. Eine Löschanlage wie zum Beispiel eine Sprinkleranlage kommt für uns nicht in Betracht. Die Installation dieser Anlagen in einem Tiefkühllager ist für uns nur mit großem Aufwand möglich. Ferner besteht bei einer Sprinkleranlage das Risiko, dass selbst bei kleinsten Bränden, die die Sprinkleranlage löscht, ein Totalschaden an der eingelagerten Ware entsteht. Eine Sprinkleranlage braucht immer einen Entstehungsbrand, mit dem auch Ruß und Hitzebildung einhergehen. Beides ist selbst in geringen Dosierungen für die eingelagerten Tiefkühlwaren besonders schädlich. Daher ist es unser Ziel, von vornherein einen Entstehungsbrand zu vermeiden. Dafür sind die OxyReduct® Systeme ideal.
Wie hat Ihr Versicherer auf die Entscheidung für eine Sauerstoffreduzierungsanlage reagiert? Gab es besondere Anforderungen oder Rückmeldungen?
Dr. Oetker: Die anfängliche Skepsis auf Seiten der Versicherer konnten wir im Laufe der Zeit ausräumen. Unser Ziel in Bezug auf die Versicherer ist es, diese immer wieder davon zu überzeugen, dass der von uns eingeschlagene Weg zur Brandvermeidung der für unser Unternehmen sinnvollste und effektivste ist. Von daher tragen nun die für unser Unternehmen tätigen Versicherer die Strategie zum Schutz der Tiefkühl-Hochregalläger durch Sauerstoffreduzierungsanlagen mit.
Um unsere bisherigen, aber auch potenzielle neue Versicherer von unserem sehr guten Brandschutz zu überzeugen, haben wir im Sommer 2025 gemeinsam mit WAGNER einen Brandschutztag für Versicherer veranstaltet. An dieser Stelle danken wir WAGNER nochmals herzlich, dass sie diesen Tag ermöglicht haben.
Im Rahmen dieses Brandschutztages hat WAGNER anhand der von uns üblicherweise eingelagerten Produkte in Versuchen demonstriert, wie wirkungsvoll die Sauerstoffreduzierungsanlagen in Tiefkühlräumen arbeiten. Ergänzend dazu hatten die Versicherer ausreichend Möglichkeiten, Fragen zur Technik selbst und zum Betrieb der Anlage zu stellen. So kam es zum Beispiel zu der Frage, was bei einem Bruch der Außenhülle passiert? Hier lässt sich festhalten, dass der zur Sauerstoffreduzierung eingesetzte Stickstoff sehr stabil in der Gebäudehülle bestehen bleibt und sich nicht über einen Bruch der Hülle sofort verflüchtigt. Dem Anlagenbetreiber bleiben mehrere Tage Zeit, um den Bruch in der Hülle abzudichten.
Die Veranstaltung hat zu einer weiteren Verbesserung des Vertrauens der Versicherer in die Technologie beigetragen und uns eine Vertragsverlängerung der Feuerversicherung erleichtert.
Hat sich der Arbeitsalltag in den geschützten Bereichen durch die Systeme verändert?
Dr. Oetker: Nein, der Arbeitsalltag in den durch die Systeme geschützten Bereichen hat sich nicht verändert. Hier muss man fairerweise jedoch attestieren, dass die geschützten Bereiche üblicherweise von Personal nicht betreten werden. Lediglich zu Wartungs- und Reparaturarbeiten am Hochregallager werden diese Bereiche betreten.
Da wir die Anlage jedoch mit einem Sauerstoffgehalt von nicht unter 17 % betreiben, sind für Service- und Wartungspersonal keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Atemschutzgeräte beim Betreten der geschützten Hochregallageranlagen mitzuführen.
Gab es im Vorfeld Bedenken in Bezug auf die Sauerstoffreduzierung?
Dr. Oetker: Von Beginn an gab es weder in der Belegschaft noch bei anderen Stakeholdern Bedenken hinsichtlich der Sauerstoffreduzierung in den geschützten Bereichen.
Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit WAGNER – sowohl in der Projektphase als auch im laufenden Betrieb? Was schätzen Sie besonders?
Dr. Oetker: Die Projektphasen von der ersten Planung bis zur Abnahme/Inbetriebnahme der OxyReduct® Anlagen laufen gut. Im Service steht uns mit Herrn Roth ein kompetenter Partner zur Seite. Wir sind hier sehr zufrieden mit der Betreuung.
Welche messbaren Vorteile haben Sie durch den Einsatz der WAGNER Systeme erzielt?
Dr. Oetker: In absoluten Beträgen kann man die Vorteile der OxyReduct® Anlage ohne eine Vergleichsrechnung zu anderen Löschsystemen nicht ausdrücken. Natürlich haben wir im Rahmen unserer Investitionsentscheidungen auch solche Berechnungen angestellt, deren Erklärung aber an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde.
Ergänzend haben wir festgestellt, dass die Sauerstoffreduzierungsanlagen von WAGNER unserem Unternehmen eine deutlich höhere Betriebssicherheit bieten. Das betrifft den Betrieb selbst, aber auch etwaige Begleitumstände wie zum Beispiel durch ungewollten Austritt von Löschmedien, wie er bei Sprinkleranlagen vorkommen kann. Auch der Betrieb und die Bedienung der Anlagen sind sehr einfach und lassen sich problemlos in den Tagesablauf an unseren Standorten einbinden.
In Bezug auf unsere Versicherungen lässt sich festhalten, dass diese das Konzept der Sauerstoffreduzierungsanlagen mittlerweile mittragen. Das gilt für Bestandsobjekte ebenso wie auch für Neubauten. Gerade bei Neubauten ist es aus unserer Erfahrung wichtig, die Versicherer frühzeitig in die Brandschutzkonzeption einzubeziehen und diesen Raum für Optimierungsansätze einzuräumen.
Vom Brandschutztag im Hause WAGNER erhoffen wir uns mittel- bis langfristig alternative Versicherungsmärkte bei Bedarf auch nutzen zu können.
Gerne zeigen wir Ihnen, wie sich unsere Brandschutzlösungen auch in Ihrem Lager einsetzen lassen. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.